Kompendium eines Sophisten

Versuch eines Philosophischen Organs
 

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Drei Liebesgedichte

Leidiges Verlangen

 

Sag‘ mir, willst du bei mir sein?

Sei so freundlich, schenk‘ mir einige Momente,

lass‘ mich durch deine Haare streichen, in filmischem Ambiente.

Süchtig bin ich nach dir, alle andren wirken nunmehr klein.

 

Unwichtig sind sie mir – die anderen Damen!

Ich haste durch die Straßen, suche nur nach dir,

träume von einer Zusammenkunft, sofort und hier.

Bitte – gib‘ mir endlich eine Antwort, ich durchleb‘ zu viele Dramen!

 

Versteh’s doch, versuch‘ es wenigstens!

Mir verlangt es nur nach dir, wach‘ ich auf, seh‘ ich nur dein Bild, nur du

und fühl‘ mich – schmerzend verliebt – wie Edith Piaf in „Tu Es Partout“.

Und weil ich dich nicht bei mir hab‘, kommt die Trauer, ganz unversehens!

 

Du – ja, du! – hättest alle Freiheit mich zu befreien,

erwidere sie einfach, meine Gefühle, wenigstens ein kleines Lächeln!

Lies doch diese Zeilen – nach deinem Zuspruch bin ich durstig, am hecheln.

Ein Wort, ein kleiner Akt, vielleicht nur ein Blick – dann könnten wir gedeihen.

 

Ich wär‘ der Glücklichste, würde trunken tanzen, ein wahrer Heros!

Einmal bloß – einmal! – dich im Arme halten zu können, dir naiv die Treue schwören,

dann könnt‘ ich sterben, es wär mir egal, jeder Teufel würd‘ nur mein Lachen hören!

Wüsst‘ ich doch – du bist mein, an meine Hand gekettet, für immer sicher in meinem Schoß.

 

 

Ein bescheidenes Liebesbekenntnis

 

Der Ehering macht den Männern Angst im großen Stile!

Mir nicht – ich hab‘ ja dich stets und immer in meiner Sicht.

Und ich bin froh drüber – wahrlich dankbar –, dass ich den ganzen Tag nur dich anschiele .

Nur das Geld für diesen Ring – verdammter Mammon – das hab‘ ich nicht.

 

Ich wünscht‘, ich könnt‘ dich glücklicher machen,

dich beschenken, begatten, mit Geschenken überhäufen!

Alles würd‘ ich dir geben, wenn ich’s nur könnte, es wäre dies mein Ziel: dein Lachen!

Aber das Geld, es fehlt, keine Geschenke, kein Ring, nur der Traum von vielen Einkäufen.

 

Glaub’s: Ich wollt‘, ich könnt‘ dir geben, was du verdienst.

Mit meiner Liebe musst du auskommen – die wenigstens ist groß, ja, unendlich!

Und mit dem Geld, das wird schon werden, wir stehen zusammen, so, wie sich’s ziemt.

Ach, was soll’s – ich will’s ohne Ring versuchen, mach’s deshalb ganz bescheiden kenntlich…

 

Das ist eine Frage, die ich stellen will.

Eigentlich gehört der Ring dazu, doch du weißt, mein Beutel hat so furchtbar leere Sparten.

Fragen tu‘ ich trotzdem und schon gar nicht still!

Ich mache den Mund auf, es platzt hinaus, laut und vollen Ernstes: Willst du mich heiraten?

 

 

Der Wein steht noch immer dort…

 

Erinnerst du dich? – es war dieser eine Abend…

Der Plattenspieler lief, säuselte sanft seine Stücke,

die Kerzen, die wir aufstellten, erhellten kaum eine Lücke.

Unsere Augen hatten sich festgebissen, vor Verlangen klagend.

 

Der Wein stand auf dem Tisch, wir ließen das Gläschen schon nicht allein!

Und dann bist du aufgestanden, hast angefangen zu tanzen, hast glucksend gerufen:

„Tanzen, einfach nur tanzen – Das Glück findet sich im Tanz, drum die Götter ihn schufen!“

Ich dacht‘, die Götter waren’s, die dich geschaffen – und du bist, dass dank‘ ich ihnen, ganz mein.

 

Du nahmst die Flasche, hast aus ihr getrunken,

eine Zigarette nach der anderen landete im Becher, es stank nach Rauch.

Und von deinem Parfüm kam ein feiner Hauch,

und ich bin in diesem Duft nur so versunken.

 

Sag‘ – erinnerst du dich?

Ein feiner Abend war’s, ganz ohne Kummer, Leid und dem elenden Stress.

In der Nacht war’s, das Hotel  einfach, von unten – von der Straße – kam laut gängelnder Exzess.

Und du batst mich zu tanzen, mit dir! – und nicht vergeblich…

 

An jenem Abend begingst du einen Mord,

dies Bild – es lahmt meine Sinne, ich bin praktisch tot! – die junge Göttin auf dem Balkon,

die Stadt eifert, ein jeder jubelt, doch du gehörst nur mir in unsrer Pension.

Erinnerst du dich? – der Wein steht noch immer dort…

 

K.Straile

30.8.14 00:41

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